Schmerzen tief im unteren Rücken, einseitig im Gesäß oder beim Aufstehen nach langem Sitzen: Hinter solchen Beschwerden steckt häufiger als gedacht das Iliosakralgelenk, kurz ISG. Eine ISG-Blockade ist eine der Ursachen für Rückenschmerzen, die wir in unserer Praxis in Frankfurt regelmäßig sehen.
Was ist das Iliosakralgelenk?
Das Iliosakralgelenk verbindet das Kreuzbein, den unteren Teil der Wirbelsäule, auf beiden Seiten mit dem Becken. Es ist nur wenig beweglich, spielt aber eine wichtige Rolle: Es überträgt die Last des Oberkörpers auf Becken und Beine und federt Bewegungen beim Gehen und Laufen ab.
Ist die feine Beweglichkeit dieses Gelenks gestört, sprechen Chiropraktoren von einer ISG-Blockade. Die umliegenden Bänder und Muskeln reagieren mit Spannung und Schmerz.
Typische Symptome einer ISG-Blockade
- Schmerzen im unteren Rücken, oft einseitig
- Schmerzen im Gesäß, manchmal bis in die Leiste oder den Oberschenkel
- Beschwerden beim Aufstehen nach langem Sitzen
- Schmerzen beim Treppensteigen oder Liegen auf der betroffenen Seite
- Gefühl, dass das Becken „schief“ steht
Weil sich die Beschwerden mit denen eines Bandscheibenvorfalls oder von Hüftproblemen überschneiden können, ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig.
Mögliche Ursachen
Eine ISG-Blockade kann plötzlich entstehen, etwa durch einen Fehltritt, einen Sturz auf das Gesäß oder eine ungünstige Bewegung beim Heben. Häufig entwickelt sie sich aber schleichend. Begünstigend wirken zum Beispiel:
- langes Sitzen und Bewegungsmangel
- einseitige Belastungen im Beruf oder Sport
- muskuläre Dysbalancen von Rumpf, Gesäß und Hüfte
- Schwangerschaft, durch hormonelle Lockerung der Bänder und veränderte Statik
- Unterschiede in der Beinlänge oder Fehlstellungen der Füße
So untersuchen wir
Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Mit gezielten Tests prüfen wir die Beweglichkeit der Iliosakralgelenke, der Lendenwirbelsäule und der Hüften. Neurologische Tests helfen, eine Beteiligung der Nerven zu erkennen. So können wir einschätzen, ob die Beschwerden tatsächlich vom ISG ausgehen.
Behandlung: Wie Chiropraktik helfen kann
Bestätigt sich eine Funktionsstörung des Iliosakralgelenks, behandeln wir mit präzisen, sanften Justierungen. Ziel ist es, die normale Beweglichkeit des Gelenks wiederherzustellen und die Muskulatur zu entlasten. Viele Patienten spüren danach eine Verbesserung, die Zahl der nötigen Termine hängt aber von Dauer und Ursache der Beschwerden ab.
Damit die Besserung anhält, geben wir Ihnen passende Übungen für Gesäß, Rumpf und Hüfte mit. Eine kräftige, gut koordinierte Muskulatur stabilisiert das Becken und beugt neuen Blockaden vor.
Was Sie selbst tun können
- lange Sitzphasen regelmäßig unterbrechen
- auf beiden Beinen gleichmäßig stehen, statt in eine Hüfte zu „hängen“
- Wärme zur Entspannung der Muskulatur
- gezielte Kräftigung von Gesäß- und Rumpfmuskulatur
- beim Heben aus den Beinen arbeiten und den Rücken gerade halten
Strahlen die Schmerzen bis unter das Knie aus, treten Taubheit oder Kraftverlust auf, oder haben Sie Fieber, lassen Sie die Ursache bitte zuerst ärztlich abklären.




